Exaudi

 Verbunden durch Liebe und Internet / Exaudi, 24. Mai 2020

GOTT sei mit dir: die Quelle der Liebe; die Gnade, die Mensch wird; die Kraft, die Leben schafft.

„Es geht aufwärts.“ Mit der Wirtschaft blüht der Lebensmut auf. Werden die Starken für die Schwachen zu Partnern werden? Wer wird, wenn die Erträge steigen, das Wohlergehen erhöhen, die Solidarität in Kraft setzen? Arbeit soll satt machen – Barmherzigkeit erhebt und Frieden vereint. Lernen wir von Christus, er spricht: „Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“

♫ Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit, deine Kraft sei nicht vergebens,
sie erfüll uns jederzeit, so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. EG 134

Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, dass wir anders nichts beginnen als nur, was dein Wille sucht; dein Erkenntnis werde groß, und mach uns vom Irrtum los.

Ps 27 Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? EG 714
Sei getrost und unverzagt – harre des Herrn.

Gebet: Gott, Heiliger Geist, du entfaltest deine Liebe in der Vielfalt des Lebendigen. Wir aber geben deiner Liebe wenig Raum, tun einander weh und wälzen Schuld auf andere. Wende unsere Herzen zu dir, dass wir dir mit unserem Wollen und Können dienen.
Du rufst uns auf neue Wege, doch wir bleiben lieber stehen im Gewohnten. Wandle Erstarrung in Bewegung, Furcht in Vertrauen und Abgrenzung in Zuneigung. Amen.

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will:
Ich will meine Weisung in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Es wird keiner den andern lehren und sagen: „Erkenne den HERRN“, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken. Jer 31, 31-34

War es ein Zeichen von Mut oder Hochmut, Wunschtraum oder Realitätssinn, dass jene Menschen, die an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubten, ihr Dasein und ihr politisches Ergehen von ihrem Gott her verstanden haben, der sie aus der Knechtschaft in die Freiheit geführt hat?
Wir Heutigen sehen den Lauf der Welt, ihr Wohlergehen wie ihre Gefährdung von Menschenhand gemacht. Wir selber sind verantwortlich für das, was wir technisch oder kriegerisch anrichten.
Israel jedoch sagt: Das Land, das uns ernährt, gehört unserem Gott. Die Regeln, nach denen wir leben, hat Gott uns gegeben. Weil wir Ausbeutung am eigenen Leib erlebt haben, sind wir verpflichtet, die Schwachen, Schutzlosen und Fremden würdevoll zu behandeln.

Doch die Alternative bleibt: man kann im Glauben demütig, aber auch hochmütig werden. Das Volk des Sinai-Bundes hatte seine Chance verspielt. Es war aus dem Land vertrieben worden, hat aber im Elend seinen Gott neu gefunden. Es erlebt die zweite Chance als Geburt zu neuem Leben. Neu an der Beziehung zu Gott ist, dass sie vom Äußeren ins Innere wächst. Der neue Bund bietet über Korn, Öl und Wein hinaus Einsicht und Einvernehmen: Gott pflanzt seine Weisung – kurz gesagt: sich selbst – in die Herzen der Gläubigen ein. Die Beziehung zu Gott erfüllt sich nicht im punktgenauen Gehorsam oder im Versuch, Gott zum Erfüllungsgehilfen eigener Wünsche zu machen, an Gott glauben heißt: Gott lieben. Und wen wundert’s? die Liebe gibt eine neue Chance.

Nutzen wir die Chance, die die Liebe uns öffnet? Um uns selbst, unsere Nachbarn im Haus Europa mit Achtung, Demut und Solidarität anzusehen, erst recht die armen Länder, die einen großen Teil unserer Konsumgüter herstellen? Das Corona-Virus hat die ganze Welt zur Vollbremsung gezwungen. Jetzt haben wir die Chance, Wege, Ziele, Gangart und Tempo des Lebens neu zu bestimmen.

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Die Erde ist des Herrn, geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. EG 659
Drum sei zum Dienst bereit, gestundet ist die Zeit, die uns gegeben.
Gebrauche deine Kraft, denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen.
Vertraue auf den Geist, der in die Zukunft weist. Gott hält sie offen.

Treuer Gott, erbarme dich derer, die aus der Corona-Krise als die Verlierer zurückbleiben. Ermutige sie, neu anzufangen; lass sie von den wirtschaftlich Starken Hilfe erlangen. Stärke auf der ganzen Welt Respekt und Solidarität. Hilf uns, denen beizustehen, die bei uns mit ihrem Alltag nicht zurechtkommen. Gib Weisheit allen, die das Land verwalten und regieren. Mit Zuversicht beten wir: Vater unser

♫ Lass deines guten Geistes Licht und dein hell glänzend Angesicht EG 389
erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt,

Segen: GOTT segne dich und behüte dich;
GOTT lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
GOTT schaue liebend zu dir hin und gebe dir Frieden.